Seit 30 Jahren jüdische Zuwanderung aus der Ex-Sowjetunion: Neustart in „Germanija“


Seit Beginn der 1990er Jahre kamen rund 220.000 Juden aus der noch existierenden beziehungsweise später zusammengebrochenen Sowjetunion nach Deutschland. Diese Zuwanderung veränderte das jüdische Leben hierzulande stark.

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Ihr Ziel war das Land, von dem der Holocaust ausging: Im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion begann vor 30 Jahren die Zuwanderung von Juden nach Deutschland. Der riesige Staat im Osten löste sich nach Michail Gorbatschows Reformen von Glasnost und Perestroika Mitte der 1980er Jahre zunehmend auf. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage dort wurde immer unsicherer – und für Juden, die Antisemitismus ausgesetzt waren und Pogrome befürchteten, gefährlich.

Vor 30 Jahren, am 9. Januar 1991, beschlossen die Ministerpräsidenten eine Regelung zur Aufnahme von Juden aus der früheren Sowjetunion. Die rund 220.000 Juden, die seitdem nach Deutschland kamen, veränderten das jüdische Leben hierzulande einschneidend: Durch ihren Zuzug wurden in manchen Städten erst jüdische Gemeinden gegründet. Zugleich mussten die Neuankömmlinge, die ihr Jüdischsein bis dahin mitunter ganz anders als die bereits hier wohnenden Juden gelebt beziehungsweise nicht gelebt hatten, von den Gemeinden integriert werden.

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