An die Opponenten der Frauen- und Gender-Bewegung, die es betrifft


Wie schon beim Thema „Willkommenskultur“ möchte ich auf eine Reihe von Forenbeiträgen eingehen, bei denen mir eine Antwort erforderlich erscheint. Um Nachsicht bitte ich die Foristen, die meine Ausführungen argumentativ angehen, aber zusammen mit den wenigen, die mich in den Threads unterstützen, von mir kein eigenes Feedback bekommen. An dieser Stelle wenigstens mein Dank.

Georg Schuster | TELEPOLIS

Im ersten Artikel der Serie, wo es um die Sache, also um Frau und Mann unter dem Regime von Marktwirtschaft und Staat ging, hat vor allem das Stichwort „Gender Pay Gap“ größere Reaktionen hervorgerufen. Dabei gibt es zwei Richtungen. Die eine sucht zurückzuweisen, dass es eine solche Einkommensdifferenz überhaupt gibt. Die andere will begründen, warum sie in Ordnung geht bzw. die Frauen sich die Unterschiede selbst zuzuschreiben haben.

Ein Forist namens Kommentar (1) brachte sogar beide Sichtweisen in einem Post unter: „Dass die Alleinerziehende billig zu entlohnen sei, ist die reine Fantasie des Autors. Eine Freundin meiner Frau ist mit zwei Kindern alleinerziehend (…) als angestellte Ärztin (…) alles andere als ‚billig‘ entlohnt.“

Er schloss dann unmittelbar ein zweites Beispiel an, das der bezweckten Aussage seines ersten widerspricht und eher in Richtung meiner „Fantasie“ geht:

„Wer es nur bis an die Fleischtheke bei REWE oder in den Friseursalon geschafft hat, sollte sich den Vater der geplanten Kinder besonders genau aussuchen oder nicht wegen jeder Lappalie die Scheidung einreichen.“

Dabei hatte ich gar keine ungerechte Behandlung von Frauen durch Männer beklagt, sondern einen polit-ökonomischen Grund angegeben:

Er schloss dann unmittelbar ein zweites Beispiel an, das der bezweckten Aussage seines ersten widerspricht und eher in Richtung meiner „Fantasie“ geht:

„Wer es nur bis an die Fleischtheke bei REWE oder in den Friseursalon geschafft hat, sollte sich den Vater der geplanten Kinder besonders genau aussuchen oder nicht wegen jeder Lappalie die Scheidung einreichen.“

Dabei hatte ich gar keine ungerechte Behandlung von Frauen durch Männer beklagt, sondern einen polit-ökonomischen Grund angegeben:

„Der ‚Gender Pay Gap‘, den auch weibliche Personalchefs mitverantworten, kommt (…) ungefähr daher, wo auch die Zahlungslücke herrührt, die den meist männlichen Paketzustellern oder den Angestellten von Schlachtbetrieben im Vergleich zum Durchschnittslohn widerfährt. (…) Mit den Löhnen bezahlen private wie öffentliche Arbeitgeber die Kosten, die erforderlich sind, um das benötigte Arbeitsvermögen in entsprechender Menge anzuheuern.“

Schuldfragen

Ich musste tatsächlich einige Zeit darüber nachdenken, warum in den Kommentaren so zielsicher an dieser Aussage vorbeigeschossen wurde. Gerechtfertigt wurde das Gehaltsgefälle z.B. so:

„Die ganze angebliche Frauenbenachteiligung basiert einzig und allein auf der Tatsache, dass Frauen im beruflichen Wettbewerb in der Regel nicht mit Männern mithalten können, (…) weil der Mann in Millionen Jahren Evolution auf Konkurrenz, Kampf, Fokussierung und Wettbewerb gepolt wurde.“ (Pixelpusher)

„Natürliches Konkurrenzverhalten der Männer, (…) Revierkampf und Beute sind die Konstanten, die gab es auch schon im wirklichen Steinzeitkapitalismus.“ (Ramjet)

Ob beiden Foristen entgangen ist, dass heute keine Mammuts mehr gejagt und im Forum lauter Berufsbeispiele angeführt werden, wo Frauen gleichgezogen und überholt haben?

„Bevor es jetzt wieder heißt, die Männer sind schuld (…), dann sind Frauen auch selbst daran schuld, wenn die sich lieber um Familie kümmern, Schwafel-Fächer studieren, mehr Work-Life-Balance wollen oder einfach schlechter verhandeln, wenn’s ums Gehalt geht.“ (Machiavelli)

„Viele Frauen (schaffen es) gar nicht (…) in eine erste Position mit Personalverantwortung, weil (…) ihnen Familie und Freizeit und in manchen Fällen auch Lachyoga und die feministische Lesung im lila Kaffeehaus eben wichtiger (sind).“ (/Rak)

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