Lieferung von Corona-Impfstoffen: EU-Ratspräsident Michel kritisiert Verzögerungen


Die EU will wegen der Verzögerungen bei der Lieferung von Corona-Impfstoffen Druck auf die Hersteller ausüben. Ratspräsident Michel sagte dem französischen Radiosender Europe 1, man erwarte, dass die Pharmaunternehmen die Verträge respektierten, die sie unterzeichnet hätten. Um die Einhaltung zu gewährleisten, könnten juristische Mittel eingesetzt werden.

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Leere Ampullen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 (dpa/Sven Hoppe)

Nach dem Hersteller Biontech-Pfizer hatte auch Astrazeneca mitgeteilt, dass man vorübergehend weniger Impfstoff liefern könne als geplant. Grund sei eine geringere Produktion an einem europäischen Standort. Die Zulassung dieses Impfstoffes in der Europäischen Union wird für nächste Woche erwartet. In Großbritannien wird er bereits genutzt.

Die EU-Kommission war ursprünglich davon ausgegangen, bis Ende des Sommers mindestens 70 Prozen der erwachsenen Bevölkerung impfen zu können. Ratspräsident Michel räumte nun ein, dass dieses Ziel nur schwer erreicht werden könne.