Kontroverse um ʻOumuamua: Außerirdisches Sonnensegel und doch kein Komet?


Ein bekannter Astrophysiker meint, dass das interstellare Objekt ʻOumuamua nicht natürlichen Ursprungs war und kritisiert seine Kollegen. Die widersprechen.

Martin Holland | heise online

Künstlerische Darstellung von ʻOumuamua (Bild: ESO/M. Kornmesser)

Der erste interstellare Komet ʻOumuamua war nicht natürlichen Ursprungs, sondern außerirdische Technik, vergleichbar einem Sonnensegel. Das jedenfalls behauptet der bekannte Astrophysiker Avi Loeb in einem neuen Buch und sorgt damit sowie mit weitergehender Kritik an seinen Kollegen für jede Menge Aufregung in der Fachwelt. Dort heißt es, dass Loeb die Herangehensweise seiner Kollegen falsch zusammenfasse und mit einem sensationsheischenden Buch von den gesicherten Entdeckungen im Zusammenhang mit ʻOumuamua ablenke. Spekulationen über außerirdische Intelligenzen sind für Loeb nicht neu, aber die aktuelle Aufmerksamkeit ist auch für ihn ungewohnt.

ʻOumuamua war Ende Oktober 2017 entdeckt worden und galt zuerst als Komet. Seine Bahn hatte ihn als interstellaren Besucher verraten, er wurde als Asteroid eingeordnet und auf 1I/2017 U1 (ʻOumuamua) getauft. Damit fällt es als erstes Objekt unter die neue Terminologie für interstellare Asteroiden. Der Begriff „ʻOumuamua“ ist hawaiianischen Ursprungs und beschreibt einen Boten, der aus der fernen Vergangenheit geschickt wurde, um uns zu kontaktieren. Forscher gehen davon aus, dass ʻOumuamua während der Planetenentstehung aus seinem Heimatsystem geschleudert wurde. ʻOumuamua gilt als zigarrenförmig und wird inzwischen zumeist als interstellares Objekt eingeordnet.

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