Bundesregierung verurteilt Ausweisung von Diplomaten aus Russland


Die Diplomaten sollen wegen angeblicher Teilnahme an Protesten das Land verlassen. Außenminister Maas droht nun mit Gegenmaßnahmen.

Claudia von Salzen | DER TAGESSPIEGEL

Proteste für die Freilassung Nawalnys in St. Petersburg.Foto: dpa/Dmitri Lovetsky

Die Ausweisung von europäischen Diplomaten aus Russland hat zu einem neuen Eklat zwischen Berlin und Moskau geführt. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Entscheidung des russischen Außenministeriums „ungerechtfertigt“. Der russische Botschafter in Berlin wurde zu einem „dringenden Gespräch“ ins Auswärtige Amt gebeten, wie es aus dem Ministerium hieß.

Russlands Außenministerium hatte zuvor erklärt, Diplomaten aus Deutschland, Polen und Schweden würden des Landes verwiesen, weil sie am 23. Januar an „illegalen Protesten“ teilgenommen hätten. Dies sei „inakzeptabel“. Gemeint sind offenbar die Demonstrationen für die Freilassung des inhaftierten russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny, der allerdings nicht namentlich erwähnt wird. Die angeblich beteiligten Diplomaten wurden vom russischen Außenministerium zu unerwünschten Personen erklärt und müssen das Land so bald wie möglich verlassen.

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