Hans Albert zum 100. Geburtstag: Unser Wissen bleibt unsicher


Auch Paul Feyerabend, der anarchistische Wissenschaftstheoretiker, war zu Gast, er spielte gerne mit den Kindern und machte in den Briefen an seinen Freund Hans Albert dessen Frau Heiratsangebote. Zudem sorgte er wiederholt für Heiterkeit, wenn er von seinen „Stinkbomben“ erzählte, die er wieder einmal in die Wissenschaftsszene geworfen habe.

Michael Hesse | Frankfurter Rundschau

Der Philosoph Hans Albert. ©Evelin Frerk/Giordano-Bruno-Stiftung

Im Haus der Familie Albert in Heidelberg spazierte in den 1960er und 1970er Jahren die akademische Welt ein und aus. War doch Albert neben Karl Popper der bedeutendste Vertreter des Kritischen Rationalismus.

Hans Albert wird am 8. Februar 100 Jahre alt. Für seine Freunde und Anhänger ist der Philosoph und Soziologe nicht nur deswegen ein Jahrhundert-Denker. Albert lebt in seinem Haus in Heidelberg, umgeben von 20 000 bis 30 000 Büchern. Seine Frau, eine Österreicherin, hatte ihn stets ermahnt, ins Bad und die Küche dürften keine Bücher hinein. Daran habe er sich auch strikt gehalten, berichtet sein Sohn, Kurt Albert. Ansonsten sei aber ein jedes Zimmer von Büchern voll. Kurt Albert kümmere sich um seinen Vater, seitdem die Mutter gestorben sei, sagt er. In Zeiten der Corona-Pandemie sind Hausbesuche schwierig, daher boten sich mehrere Telefonate an, die mit Hans Albert und dessen Sohn Kurt geführt werden.

An Sir Karl Popper, der 1994 in London starb, kann sich Kurt Albert noch bestens erinnern. Er sei ein Mann der Wissenschaft gewesen, seinem eigenen ältesten Bruder habe er stundenlang mathematische Probleme erläutert. Und immer wieder hätten sein älterer Bruder und Popper über Karl May gesprochen, da beide begeisterte Leser der Geschichten des Abenteuerschriftstellers gewesen seien.

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