Bürgerbeirat: Normale Bürger sollen künftig die Landesregierung in Thüringen zur Coronakrise beraten


Nicht nur Fachleute sondern auch einfache Bürger sollen künftig die Landesregierung in Thüringen zur Coronakrise beraten.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Thüringens Justizminister Dirk Adams will in der Corona-Politik auf die Beteiligung der Bürger setzen. (dpa-news / Martin Schutt)

Die Menschen seien Experten für den Alltag und wüssten am besten, wo sich Corona-Regeln bewährt hätten und wo nicht, sagte Landesjustizminister Adams in Erfurt. Wie der Grünen-Politiker mitteilte, hat das Kabinett einem Vorschlag seines Ministeriums und der Staatskanzlei über die Einrichtung eines sogenanntes Bürgerforums zugestimmt. Die Landesregierung sei gut beraten, wenn sie derartige Expertise der Menschen im Alltag in ihre Entscheidungsfindung einbinde, führte Adam aus. Die Regierung lässt sich bei ihrer Corona-Politik bereits durch einen Expertenbeirat unterstützen. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Augsburg als erste deutsche Stadt einen „Bürgerrat Corona“ ins Leben gerufen und Mitglieder per Losverfahren ausgewählt.

Adams berichtete, bei ihm hätten sich schon mehrere Menschen gemeldet, die einem solchen Gremium angehören wollten. Insgesamt sind für den neuen Beirat 40 bis 50 Personen vorgesehen, die mit Hilfe der Einwohnermeldeämter gesucht und angeschrieben werden sollen. Wann das Bürgerforum zum ersten Mal zu einer Sitzung zusammenkommen soll, sei noch unklar. Ausdrücklich will Adams mit dem Forum auch Kritiker der aktuellen Corona-Beschränkungen einbeziehen. Man könne deren Positionen zwar für falsch halten, sie gehörten aber genauso zur Gesamtheit des Meinungsbildes im Land dazu wie jene, die die Corona-Beschränkungen verteidigten, sagte der Grünen-Politiker.

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