„AfD nutzt Juden als Feigenblatt“


Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, vertritt die Auffassung, dass sich die AfD nur aus taktischen Gründen „besonders proisraelisch“ zeige.

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Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland (picture alliance / Hendrik Schmidt)

Das sei nicht nur billig, sondern auch verachtenswert, sagte Schuster der „Süddeutschen Zeitung„. Das Interesse der AfD an Juden reiche nicht weiter, als diese „als Feigenblatt zu nutzen für die eigene Demagogie“. Wenn einige, sehr wenige, jüdische Menschen sich dafür als Grüppchen namens „Juden in der AfD“ zur Verfügung stellten, dann widerlege das jedenfalls „das alte Vorurteil, dass alle Juden schlau“ seien.

Der Zentralrat ist Schuster zufolge auch nicht in Gesprächen mit der Partei. Wenn führende AfD-Politiker eine „Wende in der Erinnerungspolitik um 180 Grad“ forderten, das Holocaust-Mahnmal als „Mahnmal der Schande“ beschimpften und die NS-Zeit als „Vogelschiss“ bezeichneten, dann gebe es für solche Kontakte auch keine Basis. Schuster betonte, die AfD gebärde sich seines Erachtens nach nur gegen die Demokratie gerichtet und zerstörerisch.