Impeachment: Trump zürnt seinen Anwälten


Vor dem Fernseher verfolgt der Ex-Präsident den ersten Tag des Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn. Was er sieht, macht ihn wütend. Sehr wütend.

Sebastian Gierke | Süddeutsche Zeitung

Da war er noch einmal, der wütende Mob. 13 Minuten lang war zu sehen, wie er mit Trump-Fahnen, mit Kriegsfahnen der Konföderierten, mit Schlachtrufen, mit Hass und Wut durch die Räume des Kapitols in Washington zog. 13 Minuten auf Video, die zeigten, wie sich die gewalttätigen Geschehnisse am 6. Januar zugetragen hatten, als Donald Trump bei einer Kundgebung vor dem Weißen Haus sprach, seine Anhänger dort aufforderte, zum Kapitol zu ziehen. Und wie diese Anhänger das Parlamentsgebäude, das Herz der US-Demokratie, schließlich stürmten.

Diese 13 Minuten machen Eindruck. Schweigend sehen sich die Senatoren zu Beginn des Impeachment-Verfahrens gegen Ex-Präsident Trump am Dienstag den kurzen Film an. (Hier zum Nachsehen.) Und in seiner Rede legt der Wortführer der Anklage, der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin, nach. Mit tränenerstickter Stimme schildert er, wie er selbst die Erstürmung des Kapitols erlebt hatte. Er und die Demokraten sind der Ansicht, dass Trump direkt verantwortlich ist für das, was am 6. Januar geschehen ist. Dass dieser „zum Aufstand angestachelt“ hat. Dass er dafür zur Verantwortung gezogen werden muss. Auch wenn er gar nicht mehr Präsident ist.

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