Erste Typ-1ax-Supernova in unserer Galaxie


In unserer Galaxie kennen Astronomen rund 350 Supernova-Relikte – leuchtende Überreste eines explodierten Sterns. Doch kein einziges von ihnen stammte von einem seltenen Spezialfall, der sogenannten Supernova Typ1ax – bis jetzt. Im Herzen der Milchstraße haben Forscher nun den ersten Überrest einer solchen besonders langsamen Explosion eines Weißen Zwergs in unserer Galaxie aufgespürt. Weil das Sagittarius A East genannte Relikt dieser Supernova nur rund 25.000 Lichtjahre von uns entfernt liegt, eröffnet es ganz neue Chancen, diesem bisher kaum erforschten Typ von Sternexplosionen auf den Grund zu gehen.

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Supernova-Relikt Sagittarius A East (blau) (Bild: NASA/CXC/ Nanjing Univ., P. Zhou et al.; NSF/NRAO/VLA

Eine „normale“ Supernova findet statt, wenn ein massereicher Stern das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat. Dann lässt seine Kernfusion nach und es kommt zu einem schwerkraftbedingten Kollaps, bei dem der Stern quasi in sich zusammenstürzt. Es gibt aber auch Supernovae, bei denen der Ausgangstern bereits zu einem Weißen Zwerg geworden ist – einem sehr kompakten Sternenrest, der einen Großteil seiner Hülle abgeworfen hat. Wenn dieser Weiße Zwerg in einem Doppelsternsystem kreist, kommt es häufig dazu, dass er seinem stellaren Begleiter Material absaugt. Überschreitet seine Masse dann eine kritische Grenze, kommt es zu einer Supernova vom Typ 1a. Weil diese Sternexplosionen eine standardisierbare Helligkeit zeigen, werden sie in der Astronomie gerne als „Standardkerzen“ genutzt – über sie lässt sich die Entfernung ferner Galaxien messen und damit auch die Ausdehnung des Kosmos.

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