Esos gegen Wissenschaft


Die Szene der Impfgegner ist gemeinsam mit der Bewegung der Pandemieleugner in Deutschland enorm gewachsen. Impfungen abzulehnen, ist hier inzwischen gesellschaftlich akzeptiert.

Lucius Teidelbaum | jungle world

Ebenso bunt wie blöd: Graffito in der Nähe des neu eingerichteten Impfzentrum in der Arena Berlin, 9. Januar Bild: Frederic Kern / Future Image

Grundsätzliche Impfgegner treten zwar gerne als Impfkritiker oder Impfskep­tiker auf, aber ihre Überzeugungen sind unerschütterlich. Vor der Covid-19-­Pandemie war diese Szene in Deutschland relativ überschaubar, allerdings bereits durch die zum 1. März vergangenen Jahres eingeführte Impfpflicht für Kinder gegen Masern mobilisiert. Bereits zu einer Demonstration am 15. September 2019 in Berlin waren 2 000 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet gekommen.

Bis April vorigen Jahres organisierte sich die Szene vor allem in kleineren Initiativen wie dem in der Schweiz ansässigen Netzwerk Impfentscheid, dem Netzwerk für unabhängige Impf­aufklärung, das die Zeitschrift Impf-­Report herausgibt, oder dem Verein Libertas & Sanitas, der derzeit eine Verfassungsbeschwerde gegen die Masernimpflicht anstrebt.

Der Impf-Report versorgt seine Anhänger seit 2004 mit zweifelhaften Einschätzungen und Nachschub an neuen Horrornachrichten über angebliche oder tatsächliche Impfschäden.

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