Neandertaler-Mutation verändert Hirnentwicklung


Wie unterscheidet sich unser Gehirn von dem der Neandertaler? Um dieser Frage nachzugehen, haben Forscher ein neues Modellsystem geschaffen: Sie brachten ein Neandertaler-Gen in menschliche Stammzellen ein und züchteten daraus im Labor Mini-Gehirne, sogenannte Hirn-Organoide. Die Organoide mit der Neandertaler-Mutation entwickelten sich langsamer, waren anders geformt und reagierten anders auf Reize als diejenigen, die nur das Erbgut moderner Menschen enthielten. Kleine genetische Veränderungen könnten demnach die Gehirnentwicklung unserer Spezies vorangebracht haben.

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Die DNA prägt auch unser Gehirn. (Bild: fruttipics/ iStock)

Viele Untersuchungen, die sich mit der Evolutionsgeschichte des Menschen beschäftigen, verlassen sich auf archäologische Funde und Fossilien. Über die Entwicklung des Gehirns können solche Studien allerdings kaum Aussagen machen, denn erhalten bleibt lediglich die Schädelform – die Gehirne selbst versteinern nicht. In der medizinischen Forschung etabliert sich seit einigen Jahren eine Technologie, bei der aus menschlichen Stammzellen winzige Modelle des Gehirns nachgebildet werden. Diese sogenannten Hirn-Organoide werden zum Beispiel eingesetzt, um neurologische Krankheiten zu erforschen, die sich im Tiermodell schlecht nachstellen lassen.

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