Organisatorin der Abtreibungsproteste in Polen angeklagt – Marta Lempart drohen bis zu acht Jahren Haft


In Polen soll sich eine der Organisatorinnen der Proteste gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts, Marta Lempart, vor Gericht verantworten.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Marta Lempart (AP/Czarek Sokolowski)

Sie müsse mit einer Haftstrafe von acht Jahren rechnen, sagte die Sprecherin der Warschauer Staatsanwaltschaft. Lempart wird vorgeworfen, mit den Protesten in der Corona-Pandemie das Leben anderer aufs Spiel gesetzt zu haben. Zudem soll sie einen Polizisten beleidigt und bespuckt haben. Ein weiterer Anklagepunkt lautet auf Zustimmung zu Vandalismus in Kirchen und zur Behinderung von Gottesdiensten. Dabei geht es um ein Radiointerview. Lempart äußerte sich darin wohlwollend über Demonstranten, die während der Kundgebungen Kirchenfassaden mit Farbe besprüht und Messen gestört hatten. Sie selbst erklärte, sie sehe die Anklagen als Verschärfung des politischen Drucks auf ihre Bewegung.

Die Proteste gegen das neue Abtreibungsrecht, das Schwangerschaftsabbrüche fast ganz verbietet, setzten im Oktober in Polen ein und dauern seit dem an.