Prozess gegen KSK-Soldat: Amnestie für Patronenklau


KSK-Soldaten konnten Anfang 2020 ohne Konsequenzen unterschlagene Munition zurückgeben. Das Verteidigungsministerium will sich dazu nicht äußern.

Sarah Ulrich | taz

KSK-Ausbildungszentrum Calw: Wieviel Munition war hier zwischenzeitlich wirklich „verschwunden“? Foto: Thoams Trutschel/photothek/imago

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte, die Munition von der Bundeswehr entwendet haben, konnten diese offenbar ohne straf- oder dienstrechtliche Konsequenzen wieder zurückgeben. Das betrifft mindestens den Zeitpunkt Anfang 2020, wie im Gerichtsprozess gegen den ehemaligen KSK-Soldaten Philipp Sch. bekannt wurde.

Das Angebot wurde offenbar gerne angenommen. In Bundeswehrkreisen kursiert nach taz-Informationen die Zahl, dass in Calw drei Paletten zusammenkamen. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht. Das Verteidigungsministerium hat eine taz-Anfrage an das Heer weitergeleitet, weil dort eine „Generalinventur zu Waffen und Munition im KSK“ stattfinde. Von dort hieß es lediglich: Der Sachverhalt werde „derzeit noch durch die zuständigen Stellen der Bundeswehr untersucht“. So bleibt vorerst ungeklärt, ob die Amnestie einmalig oder häufiger war und ob sie nur das KSK betrifft oder auch andere Bundeswehrteile.

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