Das Virus ist gekommen, um zu bleiben

coronavirus sars-cov-2

Geht alles gut, erreicht Deutschland im Spätherbst Herdenimmunität. Doch Corona ist deshalb nicht aus der Welt. Alles deutet auf eine dauerhafte Koexistenz von Mensch und Virus hin.

Hanno Charisius | Süddeutsche Zeitung

Weniger als eine Dose Cola, etwa so viel wie ein knapp eingeschenktes Glas Rotwein – das ist das geschätzte Volumen aller Sars-CoV-2-Viren, die aktuell auf dem Planeten Menschen befallen. Das hat der Mathematiker Christian Yates von der University of Bath ausgerechnet. Auch wenn es ein bisschen mehr oder weniger ist – in jedem Fall zeigt die Berechnung: Sars-Coronaviren, diese submikroskopischen Konglomerate aus Biomolekülen, sind die gefährlichste Substanz der Welt.

Die Frage ist: Wann verschwindet der Spuk wieder? Die schnellste Antwort ist auch die unangenehmste: wahrscheinlich nie. Das Virus hat sich schon viel zu weit verbreitet und ist viel zu wandlungsfähig, als dass es wieder vollständig vom Menschen eingefangen werden könnte. Das heißt aber nicht, dass der Mensch den Erreger nicht unter Kontrolle bekommen könnte.

Ein Virus verschwindet, wenn es keine neuen Opfer mehr findet. Wenn der Abstand zwischen zwei Menschen so groß ist, dass der Erreger nicht überspringen kann. Oder wenn die Menschen in der Umgebung eines Infizierten immun sind – sei es, weil sie bereits erkrankt waren und ihr Immunsystem gelernt hat, das Virus zu kontrollieren, oder weil die Immunabwehr durch einen Impfstoff trainiert wurde.

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