Mieter, Einwohner und Ärzte sind für den Duden jetzt nur noch Männer. Frauen könnten demnach nicht mehr mitgemeint sein. Expertinnen halten diese neue Vorgabe des Wörterbuchs für fatal.

Sprachwissenschaftler kritisieren den Duden, der für eine geschlechtergerechte Sprache traditionelle Wortbedeutungen aufgibt. Bei dem Streit geht es um Personenbezeichnungen wie «der Mieter».
Sie sind grammatisch männlich, können bisher aber Menschen mit jedem biologischen Geschlecht bezeichnen. Der Duden macht mit diesem sogenannten generischen Maskulinum Schluss. Laut Duden.de ist die Wortbedeutung von «Mieter»: «männliche Person, die etwas gemietet hat».
«Die Festlegung des grammatischen Genus Maskulinum auf das natürliche Geschlecht entspricht nicht der Systematik des Deutschen», warnt die Sprachwissenschaftlerin Prof. Ursula Bredel. Wenn das Wort «Mieter» nur noch männliche Mieter bezeichne, erschwere dies auch die Bezeichnung diverser Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen: Die bislang häufige Bezeichnung «Mieter (m/w/d)» wäre dann nicht mehr möglich.