Walrufe geben Einblicke in die Erdkruste


Sie sind so laut, dass sie in den Untergrund dringen und dort reflektiert werden: Die Rufe von Finnwalen lassen sich dafür nutzen, die Strukturen der ozeanischen Erdkruste zu erkunden, berichten Forscher. Um seismischen Messinstrumenten am Meeresboden Informationen über den Untergrund zu liefern, werden bisher Schallkanonen eingesetzt, die durch ihre intensiven Donnerschläge Meerestiere schädigen können. Die Nutzung der Walrufe kann diese Technik zwar nicht komplett ersetzten, aber vielerorts eine nicht invasive Ergänzung zu den traditionellen seismischen Forschungsmethoden bieten, sagen die Wissenschaftler.

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Finnwale sind in allen Ozeanen der Welt verbreitet und machen sich extrem lautstark in der Unterwasserwelt bemerkbar. (BU: JG1153 /iStock)

Welche Merkmale besitzt die Erdkruste im ozeanischen Untergrund? Einblicke in die Tiefe sind unter anderem für die Erforschung und Vorhersage von Erdbeben wichtig. Bisher werden zur Erkundung der geologischen Strukturen starke Geschütze aufgefahren: Schallkanonen senden von Schiffen aus intensive Impulse in die Tiefe, die durch die Wassersäule rasen und dann in den Meeresboden vordringen. Dort werden sie von den unterschiedlichen Schichten und Gesteinsformationen reflektiert und in charakteristischer Weise gebrochen. Diese Echos werden anschließend von seismischen Instrumenten aufgefangen, die sich am Meeresboden befinden. Die Merkmale dieses Widerhalls ermöglichen Forschern dann Rückschlüsse auf die Strukturen im Untergrund.

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