Deutschkenntnisse an Schulen sinken: Wie gehen Lehrer damit um?


Immer mehr Schülerinnen haben Probleme mit dem Lernen der deutschen Sprache. Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund und wachsen bilingual auf. Für Lehrer kann das zu einer große Herausforderung werden.

stern.de

Lehrer und Eltern sorgen sich um das sinkende Sprachniveau an Grundschulen (Symbolbild). ©Sebastian Gollnow / DPA

Philipp Möller weiß aus seiner zweijährigen Arbeit als Vertretungslehrer wie es ist, wenn Schüler und Lehrer eine andere Sprache sprechen. Der Autor des Buchs „Isch geh Schulhof“ (2012)  kann sich aber auch noch gut an den Schulstart seiner eigenen Tochter erinnern: „Wir haben genau gesehen, wie Klara, die anfangs mit einer Riesenfreude in die Schule ging, jeden Tag ein bisschen frustrierter zurückkam“, sagt der Berliner. Das Sprach- und Lernniveau sei so gering gewesen, dass die Lehrerin Schwierigkeiten hatte, den Unterricht zu führen. Viele Mitschüler hätten ein sehr verknapptes Deutsch gesprochen. 

Lehrplan oft nicht einzuhalten

Auch die Lehrerin Tanja R. (Name geändert) kennt das Problem. An ihrer Schule liegt der Anteil von Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache bei 80 Prozent. „Schon zu Beginn eines jeden Schuljahres ist klar, dass der Lehrplan nicht zu schaffen ist“, sagt sie.  

Und das Problem geht über die Grundschulzeit hinaus: „Sprachliche Defizite werden nicht in den ersten vier Jahren ausgeglichen“, weiß Bildungsforscherin Nele McElvany, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund.

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