Christliche Anti-Balaka-Miliz: Prozesseröffnung in Den Haag wegen Kriegsverbrechen in Zentralafrika

Der Friedenspalast in Den Haag, Dienstgebäude des Internationalen Gerichtshofs. Bild: Yeu Ninje/Wikipedia/PD

Am Internationalen Strafgerichtshof wird heute der Prozess gegen einen Milizenführer und einen hochrangigen Politiker der Zentralafrikanischen Republik eröffnet.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Ex-Rebellenführer aus Zentralafrika vor Weltstrafgericht (Reuters POOL via AP/Ngaïssona)

Angeklagt sind der frühere Minister Ngaïssona und ein Anführer der christlich geprägten Anti-Balaka-Miliz, Alfred Yekatom. Die beiden werden für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich gemacht, darunter Mord, Folter, Einsatz von Kindersoldaten und Vertreibung der Zivilbevölkerung. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern.

In dem Konflikt vor allem zwischen den „Anti-Balaka“ und den muslimisch geprägten Séléka-Milizen wurden seit 2013 Tausende Menschen getötet und nach UNO-Schätzungen über 1,3 Millionen zur Flucht gezwungen. Ein Séléka-Anführer ist seit Januar Gewahrsam des Strafgerichtshofs.