Altkatholische Generalvikarin: Einheit mit Rom kein Ziel der Ökumene


In der altkatholischen Kirche stehen alle Ämter Männern und auch Frauen offen – jedenfalls theoretisch. Denn es dauerte fast ein Vierteljahrhundert von der Weihe der ersten Priesterinnen zur Ernennung einer Generalvikarin. Im Interview berichtet Anja Goller von den Herausforderungen dieses Amtes.

Roland Müller | katholisch.de

Auch wenn in der altkatholischen Kirche den Frauen alle Weiheämter und Leitungspositionen seit fast einem Vierteljahrhundert offenstehen, hat es doch einige Jahre bis zu dieser Premiere gedauert: Seit September 2020 ist die Priesterin Anja Goller die erste Generalvikarin des altkatholischen Bistums in Deutschland. Im Gespräch berichtet die Kirchenfrau von den Herausforderungen ihrer Arbeit, den Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche und was das alles mit ihrem Frau-Sein zu tun hat.

Frage: Frau Generalvikarin, Sie sind seit September im Amt. Wie haben Sie die ersten Monate im neuen Job erlebt?

Goller: Sie waren sehr voll. Ich habe viele Informationen erhalten und mich in meine Aufgaben eingearbeitet. Ich musste mich neu strukturieren, da ich jetzt ein anderes Aufgabenfeld habe: Vorher war ich an der Universität Bonn als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und davor als Priesterin in einer Gemeinde in Frankfurt, wo ich auch mein Vikariat, also meine pastorale Ausbildungszeit, absolviert habe. 

Frage: Sie sind Pädagogin und Theologin, als Generalvikarin stehen Sie aber an der Spitze einer Verwaltung. Haben Sie sich für Ihre neue Stelle in diesen Bereichen fortgebildet?

Goller: Das läuft derzeit parallel zu meinen ersten Monaten im neuen Amt. Ich bin gerade dabei, mich im Bereich Personalmanagement fortzubilden. Das ist erstmal der Schwerpunkt.

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