Streit um Umgang mit Missbrauchspriester in Polen


„25 Jahre Vertuschung, Täuschung und sogar Lügen“ habe es im Fall des mutmaßlichen Missbrauchspriesters Andrzej Dymer gegeben: Dafür kritisiert nun sogar ein ranghohes Mitglied der Nationalkonservativen Regierung Polens die Bischöfe im Land.

katholisch.de

In Polen ist ein Streit um den Umgang der Bischöfe mit Missbrauchstätern und -opfern entbrannt. Polens Vizeregierungschef Jaroslaw Gowin kritisierte die katholische Kirche im Land wegen einer ausgebliebenen Bestrafung eines des sexuellen Kindesmissbrauchs beschuldigten Priesters. „Skandal ist eine Untertreibung“, schrieb er am Mittwoch auf Twitter. „Entweder stellt die Kirche endlich die Opfer von Sexualstraftätern an die erste Stelle oder sie wird ihre Glaubwürdigkeit verlieren.“

Wirtschaftsminister Gowin betonte, er habe selber vor vielen Jahren im Fall des Priesters Andrzej Dymer bei dessen kirchlichen Vorgesetzten interveniert. Seither sei aber „nicht viel“ unternommen worden. Das Erzbistum Stettin-Cammin (Szczecin-Kamien) hatte zuvor mitgeteilt, dass Dymer am Dienstag nach einer langen Krebserkrankung im Alter von 58 Jahren gestorben sei. Es ist das erste Mal, dass ein Minister der seit Herbst 2015 in Polen regierenden Nationalkonservativen die Kirche so wegen ihres Umgangs mit Missbrauchsfällen verurteilt.

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