Schwedens Pandemiekurs entwickelt sich zur innenpolitischen Bombe

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Inzidenz über 200, Corona-Maßnahmen vor der Verschärfung, das politische Klima zunehmend vergiftet. Blick in ein verunsichertes Land.

Sven Lemkemeyer | DER TAGESSPIEGEL

Ein Schild in Uppsala fordert dazu auf, Abstand zu halten.Foto: TT News Agency/Claudio Bresciani/Reuters

Hohe Infektionszahlen, deutlich sinkendes Vertrauen der Bürger, Kritik an öffentlich-rechtlichen Medien, Todesdrohungen gegen Mitarbeiter der staatlichen Gesundheitsbehörde FHM: Während das Land auf die dritte Welle zuzusteuern scheint, hat sich in Schweden die Debatte über die Strategie drastisch verschärft.

Schon seit dem vergangenen Frühjahr habe es Drohungen und Hassbekundungen gegen Mitglieder der FHM-Leitung gegeben, zitiert die Zeitung „Dagens Nyheter“ (DN) den Generaldirektor der Behörde, Johan Carlson, am Donnerstag. „Aber es ist eskaliert und wir haben täglich damit zu tun. Es gibt Mitarbeiter, die Polizeischutz haben. Und es wird nicht besser, sondern es wird schlimmer“, so Carlson. „Es geht sogar so weit, dass wir Todesdrohungen bekommen haben, die von der Polizei untersucht werden.“

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