Katholische Kirche verliert Mitglieder – europaweit


In Köln treten zurzeit massenhaft Katholiken aus der Kirche aus. Das hat nicht nur mit dem Skandal um Kardinal Woelki zu tun. Vielmehr setzt sich ein Trend fort – und das europaweit, speziell in katholischen Hochburgen.

Friedel Taube | Deutsche Welle

Kölner Dom: Austrittstermine beim Amtsgericht ausgebucht

Hilfe von oben – die hätten sich die IT-Spezialisten des Kölner Amtsgerichts wohl gewünscht, als sie am Freitag zusätzliche Termine für den Kirchenaustritt freigeschaltet hatten und prompt der Server zusammenbrach. Nichts ging mehr, alles ausgebucht. 1000 Austrittstermine vergibt das Gericht derzeit pro Monat, die Nachfrage im Bistum war zuletzt deutlich höher. Ab März will das Amtsgericht 500 Termine mehr pro Monat anbieten.

Zwar muss niemand bei der Terminvergabe angeben, aus welcher Kirche er oder sie austreten will – und schon gar nicht müssen die Gründe dafür angegeben werden. Trotzdem liegt die Annahme nahe, dass der sprunghafte regionale Anstieg in Köln mit dem Skandal um Kardinal Rainer Maria Woelki zusammenhängt. Dem Chef des Kölner Erzbistums wird vorgeworfen, Vorfälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche vertuschen zu wollen. Konkreter Anlass ist ein Gutachten, das der Geistliche zurückhält.

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