Lebenserwartung in den USA : Ein Jahr weniger durch Corona

coronavirus sars-cov-2

Mangelnde Vorsorge, schlechte Ernährung: Die Folgen der Corona-Pandemie haben die durchschnittliche Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten gesenkt. Weiße Amerikaner verlieren knapp ein Jahr, Afroamerikaner sogar 2,7.

Christiane Heil | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Krankenpfleger legt seine persönliche Schutzausrüstung an, bevor er das Zimmer eines Covid-Patienten in einem Krankenhaus in New Braunfels betritt. Bild: dpa

Corona hat die Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten drastisch gesenkt. Laut einer Studie des Nationalen Zentrums für Gesundheitsstatistik (NCHS) ging die durchschnittliche „life expectancy“ in der ersten Hälfte des Jahres 2020 auf 77,8 Jahre zurück und war damit ein Jahr kürzer als noch 2019. Besonders stark verringerte sich die Lebenserwartung bei Schwarzen und hispanisch-stämmigen Amerikanern. Bei Latinos sank sie durch Sars-CoV-2 um etwa 1,9 Jahre, bei Afroamerikanern sogar um fast 2,7 Jahre. Bei Weißen nahm sie dagegen durchschnittlich um 0,8 Jahre ab.

„Die Unterschiede sind enorm. Ein Jahr zu verlieren ist bereits heftig. Drei Jahre weniger sind schwindelerregend“, sagte Georges Benjamin, Leiter der Gesellschaft für amerikanische öffentliche Gesundheit (APHA), der Internetseite „Health Day“. Insgesamt liegt die Lebenserwartung für Amerikaner, die in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 geboren wurden, niedriger als in jedem anderen Jahr nach 2006.

weiterlesen