Geschichte der Freimaurer : Geheimnis muss schon sein


Hehr sind ihre Ziele, aber nicht immer die Realität: John Dickie führt in seinem Buch durch dreihundert Jahre Geschichte der Freimaurerei.

Florian Ebeling | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Pyramidenschema: Die Schritte der Freimaurerei auf einer anonymen Lithographie Bild: Picture-Alliance

Im Jahr 1717 begann eine Geschichte von Geheimnissen, Legenden und Mythen, die eine Vielzahl von Romanen, Enthüllungstexten, Fachliteratur, Schauspielen, Opernlibretti, Kompositionen und auch Filmen hervorgebracht hat. Kann man hinter der schillernden Wirkungsgeschichte der Freimaurerei noch historische Realien erkennen?

Vor gut dreihundert Jahren schlossen sich in London vier Logen, die Organisationsform der Freimaurer, zur ersten „Großloge“ zusammen. Die Mitglieder werden in zahlreichen aufeinander aufbauenden Einweihungsritualen in diese diskrete Gesellschaft aufgenommen, deren Existenz bekannt ist, deren Interna aber weitgehend vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden.

Das Spiel von sichtbarer Oberfläche und verborgener Tiefe gehört zur Freimaurerei: Ihre Symbole und Rituale haben eine Bedeutung, die zwar immer wieder erläutert, aber nie endgültig festgelegt wird. Humanität, Toleranz und Brüderlichkeit gelten ihnen als Ziele ihrer Arbeit, aber gerade das Unsichere, Unergründliche und der Verdacht machen ihren Reiz aus.

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