Kippelemente der Ozeane reagieren sensibel


Kommen wichtige Meeresströmungen wie die nordatlantische Umwälzzirkulation durch den Klimawandel plötzlich zum Erliegen, verändern sich die Bedingungen in verschiedenen Regionen der Erde rapide: Regenfälle nehmen zu oder bleiben aus, die Temperaturen werden extremer und Stürme heftiger. Wann dieser Kipppunkt erreicht ist, hängt neuen Studien zufolge nicht nur davon ab, wie stark sich das Klima erwärmt, sondern auch davon, wie schnell es das tut. Gelangt in kurzer Zeit viel Schmelzwasser von den Polen in den Atlantik, kann der kritische Punkt eher eintreten, als anhand der Menge des Schmelzwassers oder des Betrags der Temperaturänderung zu erwarten gewesen wäre, warnen Wissenschaftler.

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Die nordatlantische Umwälzströmung ist Teil eines weltumspannenden Zirkulationssystems. (Bild: aristotoo/ iStock)

Die Ozeane speichern große Mengen an Kohlendioxid (CO2) und puffern außerdem den Temperaturanstieg durch den menschengemachten Klimawandel ab. Gewaltige Meeresströmungen sorgen überdies für einen klimatischen Ausgleich zwischen wärmeren und kühleren Regionen. So verdankt Europa sein mildes Klima der nordatlantischen Umwälzzirkulation (Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC), zu der unter anderem der Golfstrom zählt. Doch dieses und weitere wichtige Klima-Subsysteme wie die Eisschilde der Antarktis und Grönlands, der Amazonas-Regenwald und der asiatisch-australische Monsun sind durch den fortschreitenden Anstieg von CO2 in der Atmosphäre und die damit einhergehende globale Erwärmung gefährdet. Ist eine bestimmte Schwelle überschritten, könnten sie unwiederbringlich in einen neuen Zustand kippen.

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