Tansania verzichtet auf Covid-Impfstoff und vertraut stattdessen auf Gott

coronavirus sars-cov-2

Ein Gebetsmarathon hat nach Sicht des Präsidenten das Land vom Virus befreit. Allerdings beginnen sich stattdessen die „viralen Lungenentzündungen“ zu häufen

Johannes Dieterich | DERSTANDARD

Tansanias Präsident John Magufuli will Corona weggebetet haben. Offizielle Fälle gibt esFoto: AP

Alle Welt wird vom Run auf Impfstoffe beherrscht. Alle Welt? Nein, ein von einem unbeugsamen Machthaber geführter Staat im Osten Afrikas pfeift auf den Trend und lehnt jedes Serum kategorisch ab. „Wir brauchen das nicht“, gab Präsident John Magufuli jüngst seinen Landsleuten zu verstehen: „Tansania ist nämlich virenfrei.“ Angeblich machte sich der Erreger aus dem Staub, nachdem der Präsident die rund 60 Millionen Tansanierinnen und Tansanier im Juni vergangenen Jahres durch einen dreitägigen Gebetsmarathon geführt hatte. „Gott hat uns erhört“, will Magufuli seitdem wissen: „Unsere Feinde mögen sagen, was sie wollen. Wir sind hier sicher.“

Andere Staatschefs Afrikas klagen derzeit darüber, dass die im Westen entwickelten Impfstoffe zuallererst den reichen Industrienationen zugutekommen: Die 1,3 Milliarden Afrikanerinnen und Afrikaner müssen auf den Schutz womöglich sogar noch mehrere Jahre verzichten.

weiterlesen