Caritas lässt Tarifvertrag in der Altenpflege scheitern


In der Altenpflege sind die Pläne für einen bundesweiten Tarifvertrag vorerst gescheitert. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi hat eine Kommission der Caritas den Antrag auf flächendeckende Einführung abgelehnt. Damit steigt der Mindestlohn in der Altenpflege nicht wie vorgesehen bis 2023 um 25 Prozent. Arbeitsminister Heil kritisierte die Ablehnung durch die Caritas.

Deutschlandfunk-Nachrichten

In der Altenpflege ist ein bundesweit einheitlicher Tarifvertrag vorerst gescheitert. (dpa Themendienst)

Der SPD-Politiker sagte, dies sei ein schlechter Tag für die Pflege in Deutschland. Damit mehr Menschen den Beruf des Altenpflegers ausübten, müsse er attraktiver werden. Er wolle nach der Ablehnung des Tarifvertrages durch die Caritas auch weiterhin alle Möglichkeiten für höhere Löhne in der Pflege ausloten, so Heil. Am Freitag entscheide die Diakonie als zweiter kirchlicher Wohlfahrtsverband über das Vertragswerk. Sollte dabei ein positives Ergebnis erzielt werden, müssten sich alle Beteiligten noch einmal zusammensetzen und beraten.

„Entscheidung nicht leicht gemacht“

Ausgehandelt hatten den Tarifvertrag der relativ kleine Pflege-Arbeitgeberverband BVAP und die Gewerkschaft Verdi. Wie ein Sprecher von Verdi nun mitteilte, hat eine Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Caritas den Antrag auf flächendeckende Einführung abgelehnt.

„Verweigerungshaltung“ und „mangelnde Solidarität

Der Sprecher der Mitarbeiterseite, Rühl, warf der Caritas eine Verweigerungshaltung vor und beschuldigte die Dienstgeber mangelnder Solidarität. „Ein allgemein verbindlicher Tarif Altenpflege hätte für Tausende zumeist bei privaten Anbietern beschäftigte Menschen ein Ende von Dumpinglöhnen bedeutet“, erklärte Rühl. Dabei werbe die Caritas derzeit mit einer Kampagne für eine Aufwertung sozialer Berufe und Gesundheitsberufe. Ruf und Glaubwürdigkeit der Caritas seien massiv beschädigt.

weiterlesen