Diakonie und Caritas entscheiden, ob 1,2 Millionen Altenpflegerinnen und -pfleger künftig nach Tarif bezahlt werden


Nun sag‘, wie hast du’s mit dem Tarif? Für die Kirchen ist das in diesen Tagen die Gretchenfrage. Genauer gesagt für Caritas und Diakonie, die Wohlfahrtsverbände der Katholiken und Protestanten.

Alfons Frese | DER TAGESSPIEGEL

Rund 1,2 Millionen Menschen sind hierzulande in der Altenpflege tätig. Ob sie künftig nach Tarif bezahlt werden, entscheiden…Foto: imago images/Ralph Lueger

Sie entscheiden am Donnerstag und Freitag, ob es einen Tarifvertrag für alle Altenpflegerinnen und -pfleger gibt. Was auf den ersten Blick überfällig ist – gute und geregelte Arbeitsbedingungen für eine höhere Attraktivität des Pflegeberufs – ist heiß umstritten. Es geht nicht um’s Geld allein, sondern auch um Macht und Ideologie. Soll mit Hilfe der Politik ein Tarifvertrag für die gesamte Branche mit höheren Löhnen durchgesetzt werden oder bleibt es bei einem System mit einer Pflegekommission, die zum Beispiel den Mindestlohn für ungelernte Kräfte auf zwölf Euro festgelegt hat.

Mindestlohn steigt auf 14,40 Euro

Es ist mehr möglich, wie Verdi und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) zeigen. Sie verständigten sich im Januar auf einen Tarifvertrag, wonach Pflegehelferinnen und Pflegehelfer ab August 12,40 Euro pro Stunde bekommen; dann geht es weiter in mehreren Schritten auf 14,40 Euro Mitte 2023.

weiterlesen