Dodo Lütz: Versetzung von Missbrauchstätern vor 1990 „fast unvermeidlich“


Es könne keinem kirchlichen Verantwortungsträger bis 1990 zur Last gelegt werden, wenn er einen Missbrauchspriester einfach versetzt habe, sagt Psychiater Manfred Lütz. Er begründet das unter anderem mit Aussagen von Wissenschaftlern.

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Der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor Manfred Lütz ruft dazu auf, bei der Bewertung des Handelns von Bischöfen im Umgang mit Missbrauch die historische Perspektive zu beachten. Ohne diesen Aspekt könne es keine Gerechtigkeit geben, schreibt Lütz in einem Gastbeitrag für die Würzburger Zeitung „Die Tagespost“ (Donnerstag). Daher könne es keinem kirchlichen Verantwortungsträger bis 1990 zur Last gelegt werden, wenn er damals einen Täter versetzt habe, ohne die Gemeinde vor Ort über das Geschehen zu informieren. „Ein solches Verhalten, das heute absolut verantwortungslos wäre, war damals fast unvermeidlich.“ Als Begründung führt der Psychiater Aussagen von Wissenschaftlern an.

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