Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?


Bekannter FAZ-Journalist Christian Geyer zur Causa „Woelki“: „Man lässt dem Erzbischof von Berlin das durchgehen, was man dem Erzbischof von Köln vorhält. Das wirft doch Fragen auf.“

kath.net

Christian Geyer, ein bekannter Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, fragt sich, warum es in Berlin nicht eine ähnlich vehemente Kritik am Aufklärungsgebaren des Erzbistums wie in Köln gäbe. Denn auch dort wurde ein über sechshundert Seiten dickes Werk veröffentlicht, bei dem aber mehr als vierhundert Seiten personenbezogener Schilderungen unveröffentlicht blieben. In einem Interview mit dem Kölner „Domradio“ erinnert Geyer, dass dies dort unter anderem „aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes“ passiert sei. Dabei gab es keinen innerkirchlichen und säkularen Aufschrei. „Man lässt dem Erzbischof von Berlin das durchgehen, was man dem Erzbischof von Köln vorhält. Das ist doch nicht selbstverständlich, das wirft doch Fragen auf.“ Er finde es erstaunlich, dass sich da keine Flamme des Protestes entzünde. „Ich finde es nur auffällig, dass es diese öffentliche Ungleichbehandlung gibt. Woelki pocht wie Koch auf Einhaltung von Standards des Persönlichkeitsrechts, aber beide tun das mit gänzlich verschiedenen Effekten.“ Kritik übt der FAZ-Journalist aber an Köln, weil man brutalstmögliche Aufklärung in Aussicht gestellt habe, aber dann zweimal nicht geliefert und die Präsentation versemmelt habe. „Aber all das ändert nichts am springenden Punkt, dass in Berlin wie in Köln Gutachtenergebnisse unter Verschluss genommen wurden, und diese Tatsache mit zweierlei Maß bewertet wird.“

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