Abschwächung des Golfstrom-Systems „beispiellos“


Ein wichtiger Motor der globalen Ozeanzirkulation sitzt im Nordatlantik – die Umwälzströmung treibt den Golfstrom an und prägt unser Wetter. Doch wie nun eine Studie enthüllt, ist diese Atlantische Meridionale Umwälzströmung (AMOC) zurzeit so schwach wie noch nie zuvor in den letzten tausend Jahren. Das belegen Auswertungen unter anderem von Daten aus Ozeansedimenten, Eisbohrkernen oder den Jahresringen von Bäumen. Demnach erlebte das Golfstrom-System vor allem ab Mitte des 20. Jahrhunderts eine beispiellose Abschwächung. Schuld daran ist nach Angaben der Wissenschaftler vor allem der Klimawandel.

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Im Nordatlantik liegt ein wichtiger Motor der Meeresströmungen. (Bild: PeterHermesFurian/ iStock)

Die Atlantische Meridionale Umwälzströmung (AMOC) wirkt wie eine gigantische Pumpe: Im arktischen Nordatlantik sinkt salziges, warmes Oberflächenwasser aus südlichen Gefilden ab und strömt als kaltes, dichteres Tiefenwasser zurück Richtung Äquator. Diese Tiefenkonvektion treibt die großräumigen Meeresströmungen an und trägt dadurch entscheidend zur Wärmeverteilung zwischen den Tropen und Polarregionen bei. „Das Golfstrom-System funktioniert wie ein riesiges Förderband, das warmes Oberflächenwasser vom Äquator nach Norden transportiert und kaltes, salzarmes Tiefenwasser zurück in den Süden schickt“, erklärt Seniorautor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK. „Es bewegt fast 20 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde, etwa das Hundertfache des Amazonasstroms.“

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