Kirchenaustritte in Polen – Erzapostel sieht kirchenfeindliche Propaganda


In Polen läuft eine Kampagne für den Austritt aus der katholischen Kirche. Mehr als 2.000 Katholiken kündigten ihre Mitgliedschaft und bekannten sich dazu im Internet. Nun reagiert der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

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2.031 Polinnen und Polen teilten der Internetseite licznikapostazji.pl („Zähler der Apostasie“) bis Donnerstagvormittag mit, dass sie der Kirche den Rücken gekehrt haben. Die drei linken Politiker Agata Diduszko-Zyglewska, Joanna Scheuring-Wielgus und Robert Biedron starteten die Aktion im Dezember. Weil die Kirche sich weigere, die Zahl der Austritte zu veröffentlichen, gaben sie die Parole aus: „Dann zählen wir selbst!“ Und so bekennen sich auf der Website immer mehr Leute mit ihrem Namen zum Bruch mit der Institution. Der Großteil von ihnen gibt an, die Kirche dieses oder vergangenes Jahr verlassen zu haben. Manche kündigten ihre Mitgliedschaft bereits 2019 oder noch früher.

„Macht mit, wenn Ihr den Austritt vollzogen habt, weil Ihr Atheist oder nicht damit einverstanden seid, dass Euer Glaube als politisches Werkzeug zur Unterdrückung von Menschen benutzt wird“, forderten die Oppositionspolitiker. Sie sprachen vom „Einspruch gegen den Angriff der katholischen Kirche in Polen auf Frauen, Kinder und LGBT+-Personen und gegen die Straffreiheit von Verbrechern in Soutanen und Hierarchen, die kirchliche Pädophilie vertuschen“.

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