Impfstoffproduktion: Streit um Aussetzen von Patenten und „Zwangslizenzen“


Bei Anhörungen in Brüssel und Berlin forderten Experten die freie Nachproduktion, während Hersteller vor den Folgen einer Preisgabe von Patenten warnten.

Monika Ermert | heise online

(Bild: FabrikaSimf/Shutterstock.com)

Sollten Regierungen in Europa warten, ob die Hersteller von Impfstoffen gegen Covid-19 ihre Lieferzusagen erfüllen, und würden die bisherigen Zusagen überhaupt ausreichen, um die Pandemie in Europa und global zu besiegen? Um diese Frage drehte sich in der vergangenen Woche eine Debatte im Plenum und im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags, und am 25. Februar nahm sich das Europaparlament die Manager der Pharmaunternehmen zur Brust.

In der vom Gesundheits- und Forschungsausschuss des Parlaments veranstalteten Anhörung sicherten Manager von AstraZeneca, Moderna, CureVac, Novavax, Pfizer und Johnson & Johnson den Europäern im Laufe des Jahres geplante Produktionssteigerungen zu. Angela Hwang, Group President von Pfizer Biopharmaceuticals, versprach die Produktion von 100 Millionen Impfdosen pro Tag allein am belgischen Produktionsstandort Puurs. Der Tübinger Hersteller CureVac, der kurz vor Abschluss der letzten klinischen Testreihe steht, plant offenbar, dieses Jahr 300.000 und im kommenden Jahr zwei Milliarden Dosen zu liefern. Moderna hat die Produktion von 1,4 Milliarden Impfdosen bis 2022 zugesichert.

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