Verbrechen gegen sowjetische Gefangene: Wehrmacht im Visier der Justiz


Auf bis zu 2.000 ehemalige Soldaten könnten Ermittlungen zukommen. Sie waren unter anderem Wachmänner in Lagern für sowjetische Kriegsgefangene.

Klaus Hillenbrand | taz

Viele starben an Unterernährung: Friedhof für sowjetische Kriegsgefangene in Hessen Foto: Arne Dedert/dpa

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg hat ihre Ermittlungen erheblich ausgedehnt. Sie prüft nun auch Verantwortliche für den Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen und die Verbrechen der Einsatzgruppen. Konkret geht es dabei derzeit nach Angaben des Leiters der Zentralen Stelle, Thomas Will, um sieben frühere Soldaten wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord. Sie sollen Lager sowohl im Osten als auch auf Reichsgebiet bewacht haben.

Will sagte, er hoffe, „dass wir von den sieben bisher eingeleiteten Verfahren zumindest einige abgeben können“. Von den namentlich bekannten Wachmännern konnten die Ermittler nach einem Bericht der Welt am Sonntag etwa 2.000 Personen identifizieren, die aufgrund ihrer Geburtsjahrgänge heute möglicherweise noch am Leben sind.

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