Die Extremisten-Versteher – wie Medien islamistische Denkmuster verbreiten


Eine SRF-Moderatorin fällt mit verbalen Ausfälligkeiten gegen progressive Muslime, unkritischen Befragungen von Salon-Islamisten und der Verbreitung proislamistischer Positionen auf. Ihr Fall weist auf ein verbreitetes Phänomen in den Medien hin.

Lucien Scherrer | Neue Zürcher Zeitung

Alles eine Folge von Ausgrenzung? Gedenken an die Opfer des Terroranschlages von Wien, 5. November 2020.Imago

Was politische Statements angeht, sind Moderatoren des Schweizer Radios und Fernsehens (SRF) zur Zurückhaltung verpflichtet. «Programmmitarbeitende», so steht es in den Publizistischen Leitlinien des Mutterhauses SRG, «geben auch im Internet keine Stellungnahmen zu politischen Themen ab.» Tun sie es im privaten Rahmen doch, müssen sie sich mit ihren Vorgesetzten absprechen und «Mindestanforderungen an Stil und Geschmack erfüllen».

Ob die «Sternstunde Religion»-Moderatorin Amira Hafner-Al Jabaji diese Anforderungen am 1. Februar erfüllt hat, ist ebenfalls Geschmackssache. Sicher ist, dass die 49-Jährige an jenem Tag einen Blog-Eintrag verfasste, in dem sie ihrer Wut auf die Islamkritikerin Saïda Keller-Messahli und ihren Arbeitgeber SRF freien Lauf liess.

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