Deutschland und Marokko: Rabat geht auf Konfrontation


Offiziell ist es nicht, aber Marokko will offenbar die Beziehungen zu Deutschland abbrechen. Hintergrund ist der Streit über die Westsahara.

Reiner Wandler | taz

Das Schreiben des Außenministers Nasser Bourita wurde zuerst auf sozialen Netzwerken geleakt Foto: Chadi/imago

Die marokkanische Regierung hat Medienberichten zufolge die Beziehungen zu Berlin auf Eis gelegt. In einem Schreiben des Außenministers Nasser Bourita, das von Onlinemedien des Landes seit Montagabend verbreitet wird, ordnet dieser an, dass „alle ministeriellen Abteilungen und die Gesamtheit der ihnen unterstehenden Organisationen […] alle Kontakte und jede Interaktion […) sowohl mit der deutschen Botschaft in Marokko als auch mit den mit ihr verbundenen Organisationen und den deutschen politischen Stiftungen abbrechen.“ Jedwede Ausnahme müsse vom Außenministerium genehmigt werden.

Als Grund nennt Bourita in dem halbseitigen Schreiben „tiefe Missverständnisse in grundlegenden Fragen des Königreichs Marokko“. Das Schreiben wurde zuerst auf sozialen Netzwerken geleakt, um dann von der Presse aufgegriffen zu werden. Eine offizielle Stellungnahme aus Rabat gab es bis Dienstagnachmittag nicht. Ob es eine entsprechende diplomatische Note an die deutsche Botschaft oder direkt an das Auswärtige Amt in Berlin gab, war nicht bekannt.

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