Der Wert einer Frau hängt nicht von ihrem Jungfernhäutchen ab


Unsere Autorin kommt aus einer religiös-konservativen Familie. Was Tampons mit Selbstbestimmung zu tun haben, lernte sie deswegen erst spät.

Nada El-Azar, dasbiber.at | jetzt.de

Die Angst, durch Tampons seine Jungfräulichkeit – ergo seinen „Anstand“ als Frau – zu verlieren, ist in konservativen Familien sehr präsent. Foto: Zoe Opratko

So ziemlich jede Frau kennt die Situation, während ihrer Periode mit einem fest in der Faust umschlossenen Tampon auf die Toilette zu gehen. Als wäre der kleine Zapfen aus Zellulose und Baumwolle eine verbotene Waffe, die in die WC-Kabine geschmuggelt werden müsste. Die Bestrebungen moderner Feministinnen, das Tabu um die Menstruation aufzuheben, tragen glücklicherweise bereits Früchte. Immer mehr Frauen schreiben und sprechen offen über ihre Lebensrealitäten mit PMS und Regelschmerzen. Unrealistische Darstellungen von Menstruationsblut – als mysteriöse „blaue Flüssigkeit“ – in Werbungen für Hygieneartikel gehören praktisch der Vergangenheit an.

Junge Mädchen von heute haben es leicht, selbstbewusst mit ihrer Monatsblutung umzugehen. Wo ich mich noch aus dem Doktor-Sommer-Teil in Bravo-Zeitschriften darüber informiert habe, können junge Mädchen heute von ihren Lieblingsinfluencerinnen lernen. Sie haben die Chance, eine Art virtuelle große Schwester zu haben, die vormacht, dass ihre Regel kein Weltuntergang ist.

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