Lockdown dauert nicht nur länger, sondern wird auch komplizierter

coronavirus sars-cov-2

In ihrer gestrigem Videokonferenz haben die deutsche Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer beschlossen, dass in den deutschen Arztpraxen ab Ende März mit den Sars-CoV-2-Impfungen begonnen werden darf. Das ist etwas früher als der von den Ärztevertretern vorher geforderte Termin (vgl. Impfung: Arztpraxen wollen in der ersten Hälfte des zweiten Quartals übernehmen).

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Grafik: TP

Laschet vs. Söder vs. Scholz

Ob die Impfungen in den Arztpraxen tatsächlich schon Ende März beginnen, soll aber davon abhängen, ob die Bundesländer bis dahin das dafür geforderte „Konzept“ fertig haben. Diese potenzielle Bremse setzte angeblich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet durch, der sich den Berichten nach in der Frage der Arztpraxenimpfung eine Art stellvertretendes Kanzlerkandidatenbewerbergefecht mit dem bayerischen Ministerpräsident Markus Söder geliefert haben soll. Dem SPD-Kanzlerkandidaten und Finanzminister Olaf Scholz soll Söder gesagt haben, er solle „nicht so schlumpfig grinsen“. Vorher hatte Scholz mitgeteilt, dass die Länder die Hälfte zum Corona-Härtefallfonds beisteuern sollen.

Bei den Impfungen in den Praxen sollen die Haus- und Fachärzte von der Prioritätenliste der Ständigen Impfkommission (Stiko) abweichen dürfen. Die Begründung dafür ist, dass sie ihre Patienten selbst am besten kennen und deshalb wissen, wer unter ihnen wie stark gefährdet ist (vgl. Allianz Söder-Kretschmer fordert Umwandlung der Priorisierung in eine Empfehlung).

Darüber hinaus geht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der ebenfalls an der Videokonferenz teilnahm, davon aus, dass die neuen Wirksamkeitsnachweise aus dem UK zu einer baldigen Stiko-Empfehlung des unbeliebten Astrazeneca-Impfstoffs für Personen über 65 führen wird. Das könnte dann ebenfalls dazu beitragen, dass die derzeit auftürmenden AZD1222-Halden wieder niedriger werden.

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