Warum Corona Menschen mit Migrationshintergrund häufiger trifft

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Forschung und Klinikalltag zeigen: Covid-19-Erkrankungen und ihr Verlauf haben teilweise mit der Herkunft zu tun. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Hannes Heine, Robert Kiesel | DER TAGESSPIEGEL

Wo das Virus wütet. Eine Studie des Senats zeigt Zusammenhänge zwischen lokalen Inzidenzen und Lebensbedingungen.Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Es war der 5. Juni 2020, und nachdem die ersten Fälle bekannt geworden waren, war es eigentlich schon zu spät. Erst einige wenige Kinder, später mehrere Dutzend Erwachsene und schließlich große Teile der Bewohner mehrerer Häuser in Neukölln waren von einem der größten Corona-Ausbrüche in Berlin überhaupt betroffen.

Weil in den schließlich unter Quarantäne gestellten Häusern zahlreiche Menschen mit Migrationsgeschichte, viele aus Rumänien, leben, sahen sich nicht wenige in ihren Vorurteilen bestätigt: „Die Ausländer“ sind schuld, halten sich nicht an die Regeln und stecken sich deshalb gegenseitig an.

Nahrung für diese vor allem in rechtsoffenen Kreisen verbreitete These lieferte am Mittwoch ein Bericht der „Bild“. Sie zitierte Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), mit den Worten „das ist ein Tabu“. Gesagt haben soll Wieler das Mitte Februar in einer internen Runde mit Intensivmedizinern aus der gesamten Republik.

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