21 Seenotretter in Italien angeklagt


Zehn der Angeklagten kommen aus Deutschland. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen Höchststrafen von bis zu zwanzig Jahren Gefängnis.

Matthias Rüb | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Besatzungsmitglied der „Sea-Watch 3“ während einer Rettung eines vor der libyschen Küste am 26. Februar Bild: Reuters

Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Hafenstadt Trapani hat am Donnerstag Anklage gegen 21 private Seenotretter wegen des Verdachts der Schleuserei und der Beihilfe zu illegalen Einreise erhoben. Die Angeklagten gehörten zu den Besatzungen des Rettungsschiffs „Iuventa“ der Berliner Hilfsorganisation „Jugend Rettet“ sowie zwei weiterer Schiffe von „Save the Children“ und „Ärzte ohne Grenzen“. Im Fall einer Verurteilung drohen Höchststrafen von bis zu zwanzig Jahren Gefängnis.

Die von der Staatsanwaltschaft untersuchten Vorfälle beziehen sich auf Einsätze der Seenotretter zwischen 2016 und 2017. Die Strafverfolger werfen den Helfern vor, sich mit Lichtzeichen mit Schleusern verständigt und von deren Booten die Migranten direkt übernommen zu haben. Zudem sollen die Seenotretter die Schleuser mit Rettungswesten versorgt haben, damit diese sicher zur libyschen Küste hätten zurückkehren können. Allein zehn der Angeklagten sind deutsche Crewmitglieder des Rettungsschiffs „Iuventa“, das die italienischen Behörden 2017 beschlagnahmten.

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