Wie religiöse Gruppen die Pandemie für sich nutzen


Der Sektenbeauftragte der evangelischen Landeskirche beobachtet verstärkte Bemühungen von Religionsgemeinschaften, die Corona-Krise für missionarische Zwecke zu nutzen. Auch Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker werden gezielt angesprochen.

Birgit Rätsch | BR24

Homepage von Ivo Sasek ©BR / Markus Kaiser

Eines Morgens findet Richard Kurländer einen handgeschriebenen Umschlag im Briefkasten. Nichts Ungewöhnliches. Als Musiker der „Fraunhofer Saitenmusik“ bekommt er öfter mal Fanpost. „Ich habe das Lesen angefangen, wie es mir geht und so, und war dann plötzlich überrascht“, erinnert sich Kurländer, „wie auf Corona und Glaubensfragen eingegangen wurde in dem Brief, es wurden diverse Bibelverse zitiert“.

Zeugen Jehovas: Neue Strategien für die Mission

Absender: die Zeugen Jehovas. Kurländer ist Jahrgang 1948 und gehört damit zu einer Zielgruppe der Religionsgemeinschaft, die während der Corona-Pandemie nach Alternativen sucht, zu missionieren. Das klassische Haustür-Geschäft oder Infostände an Bahnhöfen oder in Innenstädten fallen schließlich weg.

Stattdessen werden Briefe geschrieben, Geschenke oder selbst gemalte Kinderbilder verteilt. Die Zahl der „Missionsaktiven“, wie die Zeugen Jehovas ihre Mitglieder in den gut 2.000 Gemeinden in Deutschland nennen, ist während der Pandemie nach eigenen Angaben stabil geblieben. Richard Kurländer haben sie nicht überzeugt.

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