Hört auf zu hetzen


„Sie hat den Tod verdient“: Wie auf Facebook-Seiten zur Gewalt gegen geschiedene arabische Frauen angestiftet wird.

Raghad Al Bunni | DER TAGESSPIEGEL

Für mehr Gleichberechtigung. Auch im vergangenen Jahr demonstrierten Menschen anlässlich des Internationalen Frauentags in Berlin.Foto: imago/Christian Spicker

„Gott segne Abu Marwan, er ist ein guter Mann“: Das ist ein Satz, den einige Männer mit arabischem Hintergrund immer dann sagen, wenn wieder ein Mann oder Ex-Mann seine Frau umgebracht hat.

Ein zweifelhaftes Vorbild

„Abu Marwan“ ist ein Mann, der seine Ex-Frau im Jahr 2018 in Deutschland getötet hat. Später hat er ein Video gedreht, in dem er mit seinem Sohn ein Messer in der Hand hält. Die beiden wiederholen den Satz: „Dies ist das Schicksal aller, die ihrem Mann nicht gehorchen.“ Auch drei Jahre nach seiner Verhaftung ist dieser Mann ein Vorbild für einige arabische Jugendliche – das merkt man besonders an ihren Kommentaren auf Facebook.

Die sozialen Medien spielen eine große Rolle bei der Anstiftung zur Gewalt. Es gibt spezielle Facebook-Seiten, auf denen zu Gewalt gegen geschiedene Frauen angestiftet wird, zum Beispiel die Seite „Sorgen und Probleme der Familien in Deutschland“.

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