Wasser gelangt tiefer in die Erde als gedacht


„Fahrstuhl“ in die Unterwelt: An den Nahtstellen der Erde gelangt mehr Wasser bis in den Erdmantel hinab als bislang angenommen. Denn wasserhaltige Minerale bleiben an vielen kühleren Subduktionszonen noch bis in 240 Kilometer Tiefe stabil, wie nun ein Experiment belegt. Das hat Auswirkungen auf Vulkanismus und Erdbeben in diesen Gebieten. Weil sich das Erdinnere abkühlt, könnten diese Nahtstellen künftig zusätzliches Wasser vom Volumen des gesamten Arktischen Meeres schlucken.

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Wasserhaltige Minerale wie Blauschiefer (Glaukophan) transportieren Wasser tiefer in den Erdmantel als bislang gedacht. ©Arlette1/ CC-by-sa 3.0

Obwohl der Erdmantel hunderte Grad heiß ist und unter hohem Druck steht, gibt es in ihm Wasser. Dieses gelangt in die Tiefe, wenn wasserhaltige Minerale in Subduktionszonen mit den Erdplatten in den Erdmantel absinken. Schätzungen zufolge schlucken allein die Tiefseegräben der Erde rund drei Milliarden Tonnen Wasser pro eine Million Jahre. Ein Teil dieses Wassers wird in der Tiefe wieder freigesetzt, wenn die Minerale zerfallen. Diese Flüssigkeit kann aufsteigen und in den darüberliegenden Erdplatten zur Vulkanbildung und Erdbeben beitragen.

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