Der Antisemitismus-Beauftragte und die Anthroposophie


Michael Blume, Antisemitismus-Beauftragter Baden-Württembergs, hatte bereits im Herbst 2020 die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland1 besucht, nun gab er der anthroposophischen Zeitschrift info3 ein Interview. Schon die Überschrift des Interviews macht deutlich, wie wertvoll Blume die Anthroposophie ist: „Eine Anthroposophie in der Defensive wäre ein Verlust.“2

Andreas Lichte | hpd.de

Gleich zu Beginn des Interviews versucht Michael Blume, originell zu sein und schafft doch nur Verwirrung; Zitat Blume: „Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts galt eine induktive Methode: Wissen wurde geschöpft, indem – meistens – Männer religiöses und philosophisches Wissen verkündet haben. Jetzt gilt für alles Wissen nur noch das Prinzip der Falsifikation und es soll nur noch das als Wissen gelten, was empirisch überprüft und gegebenenfalls auch widerlegt werden kann.“

Mit „Männern, die religiöses und philosophisches Wissen verkündet haben“, hat die „induktive Methode“ nun rein gar nichts zu tun: Die „Induktion“ ist „der abstrahierende Schluss aus beobachteten Phänomenen auf eine allgemeinere Erkenntnis„, ein Verfahren, das seit sehr langer Zeit in der Wissenschaft angewandt wird. Wie auch das „Prinzip der Falsifikation“, das nicht erst „jetzt“ – ab „Mitte des 20. Jahrhunderts“ – gilt, sondern in den Naturwissenschaften als Kriterium der Falsifizierbarkeit mindestens schon etwa 300 Jahre länger.3

Auffällig ist, dass Blume den Begriff „Wissen“ unscharf gebraucht, bei ihm scheint damit im weiteren Sinne nur philosophisches und religiöses Wissen gemeint zu sein, weiter Blume: „Dieser zunehmend scharfe Blick fällt auf alle heiligen Texte und auch viele philosophische Werke. Das trifft Kant mit seinen teilweise rassistischen Äußerungen, das trifft Karl Marx mit seinem Antisemitismus, das trifft auch Rudolf Steiner.“

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