In Chile lieferte ein deutscher Hersteller wirkungslose Anti-Baby-Pillen aus

Bild von Gabriela Sanda auf Pixabay

Der Pharmakonzern Grünenthal gerät in Chile unter Druck. Er lieferte fehlerhafte Verhütungsmittel aus. Für die ungewollt Schwangeren ist das ein Drama.

Sandra Weiss | DER TAGESSPIEGEL

Die staatliche Gesundheitsbehörde belegte die Labore mit einer Strafe von umgerechnet 92.000 Dollar.Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Es begann mit einem Verpackungsfehler in einem chilenischen Labor des deutschen Arzneimittelherstellers Grünenthal, ging weiter mit einem halbherzigen Rückruf durch die Behörden und endete mit einem Drama: Bis zu 170 Chileninnen wurden trotz Pilleneinnahme im vorigen Jahr schwanger.

Eine von ihnen ist Eugenia Corvalán aus Talca. Die 30-jährige Pizzabäckerin wollte kein Kind, sondern plante eine mehrmonatige Reise mit ihrem Freund, wie chilenische Medien berichteten. Zur Verhütung nahm sie seit zwei Jahren regelmäßig die Pille Anulette CD des Labors Silesia, die sie in einer örtlichen Apotheke kaufte. Im September ging sie wegen schwerer Krämpfe ins Krankenhaus. Dort bescheinigten ihr die Ärzte, dass sie schwanger sei.

weiterlesen