Corona-Impfungen: Wissenschaftliche Leistung unterschätzt


Zwischen Sequenzierung des Virus-Genoms und Herstellung eines Impfstoffs durch eine deutsche Firma vergingen nur gut drei Monate. Dennoch verstummt der Chor des öffentlichen Nörgelns nicht

Lars Jaeger | TELEPOLIS

Grafik: TP

Es gibt momentan kein heftiger diskutiertes Thema in Deutschland, der EU und der Schweiz als der schleppende Fortschritt bei den Corona-Impfungen. Journalisten, Politiker, Manager und alle möglichen anderen öffentlichen Stimmen nörgeln, dass die Menge der Impfstoffe zu gering sei, dass daher diverse Länder Deutschland und Europa abhängen (als ob dies ein Rennen sei), dass die Impfzentren nicht ausreichend gut organisiert seien, dass Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Größen einer gewissen Willkür unterliegen oder ganz allgemein, dass das Ganze doch nicht schnell genug vorangehen würde.

Dabei geht vielen Menschen der Blick dafür verloren, welch außergewöhnliche wissenschaftliche Leistung die Entwicklung des Impfstoffes gegen den Sars-CoV-2 Erreger überhaupt darstellt. Nur aus einer gewissen Ignoranz heraus kann man schreiben, wie dies der Spiegel-Kolumnist Thomas Fricke am 5 März 2021 tat:

Es ist schwer fassbar, dass es in Deutschland nicht gelingt, die Menschen in so einer Not schneller zu impfen.

Sind wir im emotionalen Brackwasser der Pandemie bereits derart abgestumpft, dass wir der enormen wissenschaftlichen Leistung einer Entwicklung von gleich mehreren Covid-Impfstoffen schon gar keinen Respekt oder gar Begeisterung mehr gegenüber zeigen können und uns stattdessen lieber im Sumpf des Permanent-Nörgelns suhlen?

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