Geflüchteter verbrannte in JVA Kleve: Haftgrund unbekannt


Der in seiner Zelle verbrannte Amad Ahmad wusste nie, warum er im Gefängnis saß. Mitgefangene, die ihm helfen wollten, wurden schikaniert.

Andreas Wyputta | taz

JVA Kleve: Hier wurde Amad Ahmad monatelang bis zu seinem Tod grundlos inhaftiert Foto: Oliver Berg/dpa

Der monatelang grundlos inhaftierte und in seiner Zelle im Gefängnis Kleve verbrannte Amad Ahmad wusste offenbar bis zu seinem Tod nicht, warum er überhaupt eingesperrt war. Das haben Mitgefangene vor dem Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags am Mittwoch ausgesagt.

„Ich weiß es nicht“, habe Amad Ahmad auf die Frage geantwortet, warum er im Knast säße, erklärte der 24 Jahre alte Jan-Hendrik H. Wegen der Aussagen von Inhaftierten tagte der Untersuchungsausschuss nicht wie üblich im Landtag, sondern im durch drei Schleusen abgeriegelten Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf, an dessen Rückseite Polizisten mit Maschinenpistolen standen.

Über den Grund seiner Haft habe Amad Ahmad nur spekulieren können, erklärte H. „Ich habe eine Handyrechnung nicht bezahlt“, habe ihm der vor dem Regime des syrischen Diktators Assad geflohene Kurde gesagt.

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