„Fall O.“: Lüdecke erneuert Kritik an Entlastung Woelkis durch Vatikan


Am Donnerstag wird das Kölner Missbrauchsgutachten veröffentlicht. Ein Fall, der Kardinal Rainer Maria Woelki selbst betrifft, sorgt besonders für Debatten: Hätte er ihn nach Rom melden müssen? Ja, ist der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke überzeugt.

Gottfried Bohl | katholisch.de

Der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke kritisiert die Ansicht des Vatikan, nach der der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki einen Missbrauchsfall nicht nach Rom melden musste. Mit einem solchen Rechtsverständnis wäre „die angeblich so konsequente Missbrauchsbekämpfung durch Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus als Mythos und Fake entlarvt“, schreibt er in einem Beitrag für den Bonner „General-Anzeiger“ (Samstag), den er ähnlich auf dem Portal „Theosalon“ veröffentlicht hatte.

Konkret geht es um den Fall des mit Woelki befreundeten Priesters O. aus Düsseldorf. Diesen habe der Kardinal 2015 nach seinem Amtsantritt in Köln zwar zur Kenntnis genommen, aber eine kirchenrechtliche Voruntersuchung und eine Meldung nach Rom unterlassen. Woelki begründete dieses Vorgehen mit der damals schon weit fortgeschrittenen Demenz des Geistlichen. Dieser soll sich in den 70er Jahren an einem Jungen im Kindergartenalter vergangen haben. 2010 meldete sich ein Betroffener beim Erzbistum Köln und erhielt in Anerkennung des Leids 15.000 Euro – das Dreifache des damals üblichen Regelsatzes.

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