Dem Berliner Dom droht die Pleite

Berliner Dom, Ostseite Berliner Schloss und Nicolai-Viertel

Mit seinen Online-Gottesdiensten feiert der Berliner Dom unerwartete Erfolge. Und gerät nun trotzdem in finanzielle Schwierigkeiten.

André-Dér-Hörmeyer | DER TAGESSPIEGEL

Es gebe ja immer beides, sagt Dompredigerin Petra Zimmermann, Licht und Dunkel. „Gut so“, ruft Martin Hildebrandt. Gut und böse hingen immer zusammen, fährt Zimmermann fort und schaut nun ernster von ihrer goldenen Kanzel. „Schärfer!“, ruft Hildebrandt. „Wenn wir lächeln, obwohl uns zu weinen zumute ist“, gerät Zimmermann in Fahrt, „wenn wir anpacken, obwohl die Kraft längst nicht mehr reicht. Wenn wir so tun als ob!“ „Jaa!!“, ruft Hildebrandt. Jetzt stimmt das Bild.

Er kann es sehen. Auf einem der vier Monitore vor ihm: Die ernsten braunen Augen der Dompredigerin, ihr lila Talar, die abwiegenden Hände, eine für das Gute, die andere für das Böse – es ist alles scharf. Martin Hildebrandt koordiniert die Live-Übertragung der Gottesdienste.

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